Burnout

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Mein Weg durch das dunkle Tal

Durch die segensreiche Arbeit des Seelsorgeteams wurde auch mein Bewusstsein für geistliche Kampfführung ganz neu geschärft.

Mein Name ist A. Möller, ich bin 51 Jahre alt, Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern, verheiratet und war in den letzten 10 Jahren als Leiterin einer Kindertagesstätte tätig. Im Juni 2010 erlebte ich nach erheblichem Stress in meinem Berufs- und Privatleben und im Anschluss an eine kritische Blinddarmoperation einen kompletten Zusammenbruch : sowohl körperlich als auch nervlich und geistlich. Ich wurde in eine psychiatrische Klinik eingeliefert und erhielt die Diagnose BURN OUT – Stress bedingte Erschöpfungsdepression. Ich litt u.a. unter sehr starken anhaltenden Magenschmerzen und kämpfte lange Zeit dagegen anzuerkennen, dass diese überwiegend psychische Ursachen hatten. „Ich bin doch Christ, wieso passiert mir so etwas? Ich bin doch stark, habe schon so viel mit Gottes Hilfe gemeistert und nun das? Wie kann das sein? Christ und Depression?“ – Eine Mitpatientin brachte es auf den Punkt: „Sieh es als eine Belohnung: Gott gönnt dir eine Pause.“ Es dauerte lange, bis ich das auch so sehen konnte.

Sehr schnell wurde mir klar, dass der Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik allein mich nicht gesund machen und dass ich auf jeden Fall geistliche Unterstützung brauchen würde. So suchte ich im Internet nach einem geeigneten Hilfsangebot und stieß dabei auf das christlich therapeutische Seelsorgezentrum in Heidelberg. Ich rief dort an, bekam sehr schnell einen Rückruf und einen Termin für ein Erstgespräch. Ich bin dann regelmäßig zu Seelsorgegesprächen nach Heidelberg gefahren und Gott hat auf vielfältige Weise an mir gewirkt. Am Anfang fuhr ich noch mit viel Zittern und Zagen, war total unsicher und voller Ängste. Mit Hilfe des Heiligen Geistes wurden viele Dinge aus meiner Vergangenheit aufgedeckt und ich konnte geistlichen Hausputz machen: anderen und mir selbst vergeben, Dinge loslassen, Gott um Vergebung bitten. Ich konnte darüber hinaus in diesen Wochen auch meine geistliche Waffenrüstung wieder stärken. Wie wichtig das war und ist, wird mir noch heute jeden Tag deutlicher.

Durch die segensreiche Arbeit des Seelsorgeteams wurde auch mein Bewusstsein für geistliche Kampfführung ganz neu geschärft. Es ist, als ob ein Schleier vor meinen Augen sich gehoben hat und ich nun viel klarer sehen kann. In der Bibel steht, dass der Teufel herum geht wie ein brüllender Löwe (1.Petrus 5,8f); er geht aber auch leise und schleichend herum, lullt uns ein, kommt als Engel des Lichts und verdreht heimlich unsere Gedanken. BookCover(1) Auch bei uns zu Hause wurde geistlicher Hausputz gemacht: Wir haben uns von einigen Büchern und Filmen getrennt, die mir früher harmlos erschienen, die es aber nicht im Mindesten sind.

In meinem täglichen Schutzgebet, das ich von Herrn Becker bekommen habe, proklamiere ich jeden Tag, dass ich durch Jesu Wunden geheilt und gesund bin (vgl. Jesaja 53,4f). Und das ist auch so: Meine Heilung ist ein fortschreitender Prozess, auch ein Prozess des Lernens, auch des Lernens achtsam mit mir und meinem Körper umzugehen.

Habe ich auch Anfechtungen? Na klar, wie kann es auch anders sein?! Aber durch Herrn Becker habe ich mich geistlich schützen gelernt (vgl. Epheser 6,10ff) und ich entdecke jeden Tag neu, wie wichtig diese geistlichen Hilfsmittel sind.

Ich möchte jeden ermutigen zu seinen Depressionen oder Erschöpfungszuständen zu stehen. Ja auch Christen bekommen BURN OUT, auch Christen haben Depressionen! Wichtig ist was man damit macht. Gehen Sie zum Arzt, seien Sie offen über Ihren Zustand, nehmen Sie therapeutische Hilfe in Anspruch. Vor allem suchen Sie geistliche Hilfe und Unterstützung, holen Sie sich Hilfe wie ich sie im Seelsorgezentrum in Heidelberg bekommen habe und machen Sie geistlichen Hausputz.

Während meiner Therapie in Heidelberg wurde mir folgender Bibelvers als Waffe gegen meine Ängste mitgegeben: „Denn ich bin der Herr, dein Gott, der dich an deiner Rechten festhält und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, denn ich helfe dir.“( Jesaja 41,13).

Der allmächtige Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde spricht dies zu mir – und auch zu Ihnen! – vor wem sollte ich mich fürchten? Damit ich mich stets daran erinnere, habe ich mir einen Ring gekauft und trage ihn an meiner linken Hand. Auch so etwas kann ein Stück “Waffenrüstung“ sein.

Gott hat mich durch die therapeutische Seelsorge im Heidelberger Seelsorgezentrum von vielen Dingen befreit und mich wieder heil gemacht; er hat bewirkt, dass die verschiedenen Bausteine wie Ärzte, Medikamente, Therapeuten, aber vor allem die Seelsorge zu meiner Heilung beigetragen haben, so dass ich in einigen Wochen wieder in meine Berufsleben einsteigen kann. Es gibt Hilfe, es gibt Heilung. Bei Gott sind alle Dinge möglich.

Inzwischen arbeite ich daran heraus zu finden, welche neuen Wege und Aufgaben Gott für mich hat. Das alte Leben liegt hinter mir und auch wenn ich wieder an meinen Arbeitsplatz zurückkehre, wird es nicht mehr so sein wie es früher war. Ich wurde und werde verändert, durch Gott, durch Jesus, durch den Heiligen Geist.

Ich habe ein neues Brennen in mir, das erworbene geistliche Wissen weiter zu geben, anderen Menschen Mut zu machen zu ihren Depressionen und Ängsten zu stehen und sich Hilfe zu suchen. Denn leider geschieht das in unserer Gesellschaft nach wie vor viel zu wenig und was noch schlimmer ist, bei Christen sind Burn Out und Depressionen nach wie vor Tabu-Themen. Man findet kaum oder keine Berichte von Betroffenen.

Ich bin betroffen, in vielerlei Hinsicht – und ich bin Gott heute dankbar dafür; er hat mich geheilt und mir meine Krankheitszeit zum Besten dienen lassen.

A. Möller (im Oktober 2010)

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